Franz Schubert "Winterreise - Over The Top With Franz"

- Franz Schubert "Winterreise - Over The Top With Franz"
ca. 124 Min.; Warner Music Vision
Ton: L-PCM Stereo; NTSC; RC 2-5
Winterreise: Eine einzigartige Dramatisierung von Schuberts erschütterndem und tief berührendem Portrait menschlicher Verzweiflung. Bühnenbauten, Akteure, Kostüme und Requisiten verleihen dem Liederzyklus eine neue Dichte an Dynamik, erweitern die Möglichkeiten der Interpretation und legen neue und ungewohnte Bedeutungen und Bezüge an den Tag.
Performed by Ian Bostridge (Tenor) / Julius Drake (Pianist)
Director David Alden
Over The Top With Franz dokumentiert die Schwierigkeiten, die es bereitet, die „Winterreise“ auf den Bildschirm zu bringen. Ein seltener und durchaus humorvoller Einblick in den Prozess der Zusammenarbeit des Teams von den ersten Proben bis zum letzten Drehtag.
Extracts staged by David Alden
Director Peter West
WINTERREISE: Song Cycle by Franz Schubert to Poems by Wilhelm Müller (1794-1827)
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Meinung
1827, im Jahr vor seinem frühen Tode, schrieb Franz Schubert eines seiner wichtigsten Werke: Winterreise. In diesem bis heute beliebten und häufig interpretierten Liederzyklus vertonte der österreichische Komponist 24 Gedichte von Wilhelm Müller und stellte in klanglich untermalten Seelen- und Landschaftsbildern den Zustand menschlichen Verlassenseins dar. Diese Liederfolge ist "ein intimes Tagebuch der Seele" (Dietrich Fischer-Dieskau) und erzählt in poetischen Bildern von der Wanderschaft eines Einsamen durch Eis und Schnee, d.h. durch die Leere einer melancholischen Innenwelt.
Alle großen Tenöre –- von Michael Vogl und Julius Patzak über Peter Pears und Peter Anders bis Dietrich Fischer-Dieskau und Thomas Quasthoff (um nur einige zu nennen) -- haben Schuberts Opus gesungen. Dabei setzten sie den Liederzyklus zumeist in den Kontext eines Liederabends, brachten ihn somit im üblichen Rahmen zur Aufführung. Nicht so Ian Bostridge. Der junge Brite beschritt bei seiner Fassung im Jahre 1997 einen gänzlich anderen Weg. Für eine BBC-Produktion vertauschte er den Konzertsaal mit dem stimmungsvollen Ambiente künstlich gestalteter Räume. Der als Opernregisseur bekannte David Alden hat dafür von Designer Ian MacNeil höchst eindrucksvolle Bühnenbilder entwerfen lassen, die die Seelennot von Schuberts Protagonisten optisch gut veranschaulichen. Die karge Ausstattung unterstreicht noch die schwermütige Grundstimmung des Winterreisenden, betont die Trostlosigkeit der Isolation und das romantische Sehnen nach einer wie auch immer gearteten Erlösung.
Ian Bostridge, der sich mit Interpretationen von Britten, Henze und Janacek einen Namen gemacht hat, kann zwar stimmlich mit den Großen seiner Zunft nicht ganz mithalten (sein Volumen ist recht gering bemessen, die Technik noch unvollkommen), diese Schwächen macht er jedoch mit viel Charisma und Ausdrucksstärke fast wett. Ihn umgibt eine Aura, eine Ausstrahlung, die ihm im Fernsehzeitalter dabei hilft, Gesangsmängel ein wenig in den Hintergrund treten zu lassen. Denn telegen ist der junge Bursche allemal. Die 124 Minuten lange DVD-Veröffentlichung wartet neben Untertiteln und einer Klangabmischung in Dolby Digital 2.0 Stereo mit einer Dokumentation der Dreharbeiten auf. Hier erfährt der Zuschauer jede Menge über die nicht gerade einfache Entstehungsgeschichte der ungewöhnlichen Produktion. Zudem können Besitzer eines Computers samt DVD-Laufwerk im ROM-Teil der Digital Versatile Disc das Libretto in fünf Sprachen (darunter Deutsch) nachlesen. Harald Kepler (amazon.de)

