Grupo Fantasma "El Existential"

- Grupo Fantasma "El Existential"
Nat Geo Music
Der Sound der US-amerikanischen Grupo Fantasma erweckt auch auf dem aktuellen Album „El Existential“ die vielseitigen und reichen Facetten lateinamerikanischer Musik zum Leben. Nicht weiter verwunderlich, wurde doch bereits der Grammy-nominierte Vorgänger „Sonidos Gold“ (2008/Fania Records) von Fans und Medien gleichermaßen gelobt, während das zehnköpfige Orchester auch auf der Bühne den hohen Erwartungen als ´Zukunft des Latin Crossover´ mehr als gerecht wurde.
Die Band um Gitarrist und Produzent Adrian Quesada (Ocote Soul Sounds) hat auf ihrer mittlerweile zehnjährigen musikalischen Reise zahlreiche Entwicklungen durchlebt und ist dabei zu einer Art Legende geworden. Es ist müssig all die Alben, Konzerte und Auszeichnungen der Grupo Fantasma aufzuzählen, dazu wirft man am besten einen Blick auf ihre umfangreiche Webseite.
Viel wichtiger ist ihr kreativer Output, der mit „El Existential“ definitiv eine neue Stufe erreicht. Die Mischung aus südamerikanischen Retro-Sounds Marke Salsa, Cumbia, afro-kubanischen Rhythmen, ja sogar Folk, Jazz und Psychedelic-Sounds gepaart mit Funk wurden im extra eingerichteten Heimstudio in einem gemieteten Haus und den Level One Studios North in Austin/Texas perfektioniert. Besonders stechen auf den insgesamt 13 Stücken von „Realizando“ über „Juan Tenorio“ und „Montanozo“ bis hin zu „Arana Cuna“ die Leadstimmen der beiden Sänger Rodolfo ´Kino´ Esparza und Jose Galeano hervor.
Doch auch die Gitarre des virtuosen Adrian Quesada, die mitreissende, raffinierte Rhythmus-Sektion des Duos Gonzalez/Lopez oder die Bläserfraktion um Trompeter Ellorreaga (die schon mit Prince auftraten)zeugen von einer reizvollen Fusion, die gelebt und geliebt wird und somit zeitlos wirkt. Die richtungsweisenden Stücke erzählen von Liebe, Freundschaft und Beziehungen mit allem was an Positivem und Negativem im Alltag dazugehört. Die Texte reflektieren die Vielschichtigkeit einer Band mit zahlreichen Identitäten.
„Im Gegensatz zu früher, waren fast alle Bandmitglieder in den Prozess der Lyrik-Gestaltung einbezogen, daher ist es uns gelungen, dem Erwartungsdruck nach ´Sonidos Gold standzuhalten und unser definitiv bestes Album der Bandgeschichte abzuliefern“ erklärt Adrian Quesada nicht ohne Stolz. Auch in musikalischer Hinsicht hat jeder Ideen in den Entstehungsprozess eingebracht und so die vielschichtige Identität lateinamerikanischer Musik vor der Verbannung ins Museum bewahrt. Denn ungebrochen ist auch weiterhin die Tendenz des Kollektivs, sich von ´música latinomericana´ maßgeblich inspirieren zu lassen. So schafft die Grupo Fantasma schnell Strandbar-Atmosphäre – auch da, wo kein Meer oder Palmen in Sicht sind. Daher wird Langeweile definitiv zu einem Fremdwort im Klangkosmos der Band aus dem Süden der USA.
Was aber aus „El Existential“ ein durchweg tanzbares Gesamtkunstwerk zwischen Tradition und Moderne schafft, ist die Beteiligung exzellenter Gäste, allen voran der legendäre Pianist Larry Harlow (der schon auf „Sonidos Gold“ mitwirkte) und von Gitarrist Curt Kirkwood ( weltweit bekannt durch seine Band Meat Puppets). Begeistert von ihrer Originalität und ihrem musikalischen Können, stellen sie sich neben zahlreichen weiteren Gästen ganz hinter die gemeinsame Sache: Das vierte Studioalbum des Latin-Kollektivs zeitgemäß und zukunftsträchtig klingen zu lassen! Ohne Grenzen, vor Lebensfreude strotzend, klingt diese handgemachte Musik so leicht und doch auch so tiefgründig.
Am besten aber liest man nicht über Songs wie „El Consejo“, „Sacatelo Bailando“ oder „Cumbianchera“, sondern hört sich das neue Album der zehn Künstler einfach an. Es besteht kein Zweifel, dem musikalischen Zauber dieser Glanznummern wie aus einem Guss muß man einfach vom ersten Ton an erliegen. Für den Musikinteressierten gibt es auf „El Existential“ auch beim mehrmaligen Hören immer wieder neue Geheimnisse zu entdecken. Dazu ist im Sommer auch wieder Gelegenheit auf der Bühne, wenn die Grupo Fantasma neben Club-Shows auch zahlreiche renomierte Festivals in den USA und Europa bespielt.
Und diesem ´melting pot´aus lebendiger Anglo-, Afro-, und Latin-Kultur wird man sich so schnell nicht entziehen können, soviel steht nach „El Existential“ auf jeden Fall fest.
Tracks
1. Realizando
2. La conozco
3. Sacatelo bailando
4. El consejo
5. Hijo
6. Juan Tenorio
7. Montañozo
8. Calor
9. 25
10. Reconciliar
11. Telaraña
12. Cumbianchera
13. Araña cuña
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